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Nachrichten

Akrobatik-Duo in der Zelle

Im Bakterium Escherichia coli schützt das Chaperon «Trigger Faktor» (TF) neu hergestellte Proteine vor einer Fehlfaltung. Die Forschungsgruppe von Prof. Sebastian Hiller vom Biozentrum der Universität Basel konnte nun erstmals zeigen, dass sich TFs auch gegenseitig erkennen und stabilisieren. Allein stehen TF-Chaperone auf ziemlich wackeligen Füssen. Erst als Paar finden sie eine stabile Position. In einer einzigen Bakterienzelle produzieren mehr als 10.000 Ribosomen Proteine am laufenden Band. Diese Fabriken verbinden die einzelnen Bestandteile eines Proteins zu einer langen Kette und schleusen die dann durch einen engen Gang nach außen. Das Chaperon TF, welches am Ausgang des Ribosoms hängt, nimmt die frisch produzierte Peptidkette in Empfang, schirmt sie von der Umgebung ab und hilft ihr dabei, sich korrekt zu falten. Hat das Protein seine richtige räumliche Struktur gefunden, wird es vom Chaperon entlassen und kann sich seinen Aufgaben in der Zelle widmen. Chaperone erkennen und binden somit nicht einzelne feste Protein-Strukturen, sondern ein dynamisches Ensemble von unterschiedlichen räumlichen Anordnungen. Diese Wirkungsweise der Faltungshelfer aufzuklären und auf atomarer Ebene zu verstehen, ist weltweit ein grosses Anliegen. Denn Probleme bei der Faltung von Proteinen stehen auch in Verbindung mit verschiedenen Erkrankungen wie zum Beispiel der Stoffwechselkrankheit Zystische Fibrose, Krebs oder Alzheimer. (Bild: Universität Basel, Biozentrum).

more_grey DOI: 10.1038/s41467-017-02196-7

Termine

21.01. -25.01. 2018

Keystone Symposioa: DNA and RNA Methylation
Vancouver, Kanada

23.01. -26.01. 2018

From Phenotype to Genotype: The Genetic Basis of shape
Barcelona, Spanien

30.01. -31.01. 2018

Advances in Chemical Biology
Frankfurt


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Nachrichten

Facettenaugen sind ein evolutionärer Dauerbrenner

Moderne Facettenaugen folgen in ihrem Konstruktionsprinzip im Wesentlichen einer schon mehr als 500 Millionen Jahre alten Funktionsweise. Das ergaben Untersuchungen an fossilen Trilobiten, ausgestorbenen Verwandten von Spinnentieren und Krebsen. Nur die Linsen heutiger Facettenaugen fehlten noch bei diesen Gliederfüßern. Der Zoologin Brigitte Schoenemann (Universität zu Köln) und ihren Kollegen Helje Pärnaste (Tallinn, Estland) und Euan Clarkson (Edinburgh, Schottland) ist es gelungen, die Struktur, und damit auch die Funktionsweise des wohl ältesten bisher gefundenen Facettenauges aufzuklären. Ein außergewöhnlich gut erhaltenes Fossil eines Trilobiten (Schmidtiellus reetae), mehr als eine halbe Milliarde Jahre alt, zeigt die zellulären Strukturen eines Facettenauges. Es verrät damit nicht nur, wie dieses Auge aufgebaut war, sondern auch, wie es funktionierte, welche Leistung es erbrachte und wie es sich von den heutigen Formen unterschied. Die Arbeit zeigt, dass die modernen Facettenaugen einer im Wesentlichen schon einer mehr als einer halben Milliarde Jahre alten Funktionsweise folgen, in ihrer Struktur sehr konservativ und äußerst erfolgreich sind.

more_grey DOI: 10.1073/pnas.1716824114


Treibjagd in der Petrischale

Botaniker und Naturstoffchemiker der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (HKI) – haben den chemischen Mechanismus dahinter aufgedeckt, wenn Bakterien der Art Pseudomonas protegens die etwa fünfmal so großen Grünalgen Chlamydomonas reinhardtiia mit einem tödlichen Giftcocktail attackieren, sodass diese sich verformen und nicht mehr vermehren können. Die Bakterien setzen unter anderem Orfamid A, ein zyklisches Lipopeptid, ein, das auf Kanäle in der Zellmembran der Algen wirkt und zur Öffnung dieser Kanäle führt. Das wiederum führt zu einem Einstrom von Kalziumionen aus der Umgebung in das Zellinnere der Algen. Mikroalgen tragen zu rund 50 Prozent zur Fixierung des Treibhausgases Kohlendioxid bei und liefern als Nebenprodukt der Photosynthese den für uns lebensnotwendigen Sauerstoff. Mit den Untersuchungen soll das Wissen über die Grundlagen und das Zusammenspiel in ihrer Mikrowelt vergrößert werden. Foto: Jan-Peter Kasper/FSU.

more_grey DOI: 10.1038/s41467-017-01547-8

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Aktuell: Molekulare Diagnostik

Aktuell: Molekulare Diagnostik

Kein Mensch gleicht dem anderen, jeder Mensch wird anders krank und Medikamente wirken daher sehr individuell und unterschiedlich effektiv. Der Anteil der Personen, bei denen ein Medikament nicht wirkt, ist insbesondere in der Krebstherapie hoch. Wenn man bereits vor Beginn der Therapie den individuellen Typ des Tumors ermitteln und die Erfolgs - wahrscheinlichkeit der in Frage kommenden Mediakation bestimmen könnte, wäre schon ein großer Schritt im Kampf gegen Krebs getan. Das Spektrum der Möglich keiten für diese vorab-Diagnostik und die Voraussage eines Therapieerfolgs wird von Jahr zu Jahr größer. So können z. B. inzwischen mit einer liquid biopsy aus nur einer Blutprobe wichtige Parameter für eine maßgeschneiderte Therapie bestimmt werden. (Hintergrundbild: © Moritz Hass, CBT Bonn)

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Einfache Systeme für die RISE-Mikroskopie

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Marktübersicht

Aktuell: High Content Screening Systeme

Hier finden Sie alle Marktübersichten aus den Jahren 2005 bis 2017.
In 2017 sind 2 Übersichten erschienen: Pipetten (2/17) und High Content Screening Systeme (6/17). Zuletzt erschienen ist 6/17: High Content Screening Systeme.

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