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Hunger statt Durst durch Salz

20.04.2017 | Bisher wurde angenommen, dass eine erhöhte Salzkonzentration in der Nahrung größeren Durst nach sich zieht, was damit belegt wurde, dass die Urinproduktion durch Salz stimuliert wird. Nun hat aber ein internationales Team um Dr. Natalia Rakova (Charité und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Berlin) gezeigt, dass Salz sogar den Durst verringert. Die Forscher hatten Freiwillige für 105 bzw. 205 Tage in eine Raumschiffattrappe eingeschlossen und die Salzkonzentration in der Nahrung kontrolliert. Tatsächlich produzierten die Probanden mehr und salzhaltigeren Urin, tranken aber insgesamt weniger und hatten mehr Hunger. Bei Experimenten mit Mäusen zeigte sich, dass Harnstoff in den Nieren der wasserbindenden Kraft des Kochsalzes entgegenwirkt, die Synthese des zusätzlichen Harnstoffes aber den Energieverbrauch und damit den Hunger erhöht.

more_grey DOI: 10.1172/JCI88530


Gehirn aus der Petrischale

19.04.2017 | Morbus Parkinson entsteht, wenn die dopaminergen Neuronen in der Substantia nigra im Mittelhirn, die für reibungslose Bewegungsabläufe erforderlich sind, absterben. Da eine Entnahme von diesem Gewebe aus Patienten zur Untersuchung nicht in Frage kommt, besteht ein großer Bedarf an dreidimensionalen Zellkulturmodellen. Der Gruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Jens Schwamborn an der Universität Luxemburg ist es nun gelungen, aus den Hautzellen von Patienten pluripotente Stammzellen herzustellen, die sich mithilfe einer definierten Mischung an Wachstumsstoffen wiederum zu den verschiedenen Nervenzellen des Mittelhirns ausdifferenzieren, darunter auch die dopaminergen Neuronen. Mit diesen gewebeartigen Zellkulturen wollen die Forscher Entstehung, Verlauf und Behandlung von Parkinson untersuchen. Außerdem könnten solche Zellkulturmodelle auch die Zahl der Tierversuche in der Gehirnforschung reduzieren. (Bild: Minigehirne © ScienceRelations/ University of Luxembourg)

more_grey DOI: 10.1016/j.stemcr.2017.03.010


Ortswechsel durch Nanobodies

13.04.2017 | Die Gruppe um Prof. Dr. Markus Affolter von der Universität Basel hat eine Methode entwickelt, um Proteine innerhalb, aber auch außerhalb einer Zelle an einen neuen Ort zu bringen. Dafür werden die Proteine mit GFP (Green Fluorescent Protein) markiert und dann an Anti-GFP-Nanobodies gebunden. Das sind kleinste Antikörperfragmente, die aus Kamelen gewonnen werden. Diese Nanobodies tragen außerdem Singalpeptide, die den Ort bestimmen, an den sie die mit GFP-markierten Proteine transportieren. Damit kann untersucht werden, wie sich die Funktion abhängig von der Lokalisation in der Zelle verändert, was die Arbeitsgruppe momentan bei der Flügelentwicklung von Drosophila untersucht. Dafür ist es nicht notwendig, die genaue Struktur des jeweiligen Proteins zu kennen. In Zukunft kann die Methode für vielfältigste Studien zu Organwachstum und in sämtlichen Bereichen der Entwicklungsbiologie angewendet werden. (Bild © Universität Basel, Biozentrum)

more_grey DOI: 10.7554/eLife.22549


Das injizierbare Navigationssystem für Nervenzellen

10.04.2017 | Bei vielen Geweben im Körper ist die räumliche Ausrichtung der Zellen wichtig, unter anderem bei den Nervenzellen. Die extrazelluläre Matrix trägt dazu bei, dass diese ihre korrekte räumliche Struktur erhalten. Wird das Gewebe verletzt, kann eine künstliche Gerüstmatrix den Zellen helfen, sich wieder richtig auszurichten. Das Team um Dr. –Ing. Laura de Laporte vom Leibniz-Institut für Interaktive Materialien in Aachen hat ein Gel, das „Anisogel“, entwickelt, das diese Funktion übernehmen könnte. Es besteht aus zwei Komponenten: Zum einen aus weichen Gelstäbchen, die magnetische Nanopartikel enthalten, die durch ein magnetisches Feld ausgerichtet werden können. Dann wird die Gelmatrix vernetzt und die Stäbchen fixiert. Die Forscher haben gezeigt, dass Nervenzellen durch die Matrix durchwachsen und sich an den Stäbchen orientieren können. Als nächstes sind die präklinischen Studien nötig, damit das „Anisogel“ irgendwann in der klinischen Praxis eingesetzt werden kann. (Bild © J. Hillmer, DWI)

more_grey DOI: 10.1021/acs.nanolett.7b01123


Der erste europäische Höhlenfisch

06.04.2017 | Bisher hatte man angenommen, dass Höhlenfische nur in Gegenden vorkommen, die in der letzten Eiszeit nicht vollständig von Gletschern bedeckt waren. In Europa kannte man bisher auch keine. Dr. Jasminca Behrmann-Godel aus Konstanz und ihr Team vermuten nun eine große Population Höhlenfische in dem 250 qkm großen Versickerungsbereich der Donau, der in Aachquelle nördlich des Bodensees mündet. Sie fanden die Fische 600 m stromaufwärts von der Quelle und vermuten, dass die Schmerle erst nach Ende der Würmeiszeit aus der Donau in die Höhlen eingewandert ist. Seither hat sie bereits mehrere Anpassungen an das Leben im Dunkeln entwickelt, wie zurückgebildete Augen, eine stark reduzierte Färbung und verlängerte Tastfortsätze (Barteln) am Kopf. Ebenfalls dort vorkommende Wirbellose bilden wahrscheinlich ihre Nahrungsgrundlage. Der Fund ist eine Sensation, weil es sich um den ersten Höhlenfisch Europas und gleichzeitig den nördlichsten der Welt handelt. (Bild © Uni Konstanz)

more_grey DOI: 10.1016/j.cub.2017.02.048

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Aktuell: Genome Editing

Aktuell: Genome Editing

Genome Editing ist die gezielte Manipulation einzelner Basen, wodurch einzelne Gene inaktiviert oder ausgetauscht werden können. In der Pflanzenzüchtung wird Genome Editing in Erweiterung zu den konventionellen Züchtungsmethoden eingesetzt, um z. B. die Pflanzengesundheit und den Ertrag zu verbessern. Beim Einsatz in der klinischen Forschung gibt es insbesondere große Hoffnungen für die Anwendung bei Patienten z. B. zur Heilung von Krebs, AIDS oder auch Erbkrankheiten. Bei Eingriffen in die Genome lebender Organismen stehen nicht nur die wissenschaftlichen und therapeutischen Möglichkeiten im Mittelpunkt der Diskussion, sondern auch die ökologischen und ethischen Aspekte. Hintergrundbild © 2016 Thermo Fisher Scientific Inc. Used under Permission.

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