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Casting im Gehirn

20.11.2017 | Das Gehirn kann immer wieder neue Aufgaben erlernen, ohne im Laufe des Lebens ständig wachsen zu müssen. Elisabeth Wenger und weitere Neurowissenschaftler am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin stellen fest, dass das Volumen des Gehirns in den ersten Phasen des Lernens zunimmt und sich dann teilweise oder sogar vollständig normalisiert. Wie bei einem Casting werden neue Hirnzellen (Vergrößerung) ausprobiert, ihnen ihre Rollen zugewiesen oder sie wo anders eingesetzt (Normalisierung). Zur Überprüfung dieser Hypothese untersuchten sie Rechtshänder, die lernten, mit links zu schreiben und zu zeichnen. Nach einem Monat war ihr Gehirnvolumen angestiegen, drei Wochen später hatte es aber fast wieder seinen Normalwert. Dieses Phänomen ist auch aus mehreren Tierstudien bekannt. Bild: © Derek Buff/flickr (CC BY-NC 2.0).

more_grey DOI: 10.1016/j.tics.2017.09.008


Händigkeit, Gehirnstruktur und Gene

16.11.2017 | Auch im Tierreich tritt das Phänomen der Händigkeit auf, unter anderem bei Menschenaffen oder auch Vögeln, wenn auch häufig nicht so auffällig wie beim Menschen. Besonders ausgeprägt ist sie allerdings beim Buntbarsch Perissodus microlepis, der im afrikanischen Tanganjikasee beheimatet ist. Diese Art frisst ausschließlich Schuppen von anderen Fischen, und zudem immer nur von einer Seite seiner Beutefische. Viele Individuen zeigen auch im Jagdverhalten eine Präferenz, indem sie ihre Beute nur von einer bevorzugten Seite angreifen. Oft zeigt dann auch das Maul eine asymmetrische Form. Das Team von Prof. Dr. Axel Meyer, Professor für Zoologie und Evolutionsbiologie an der Universität Konstanz, konnte nun zeigen, dass die Seitenpräferenz des Fressverhaltens wie auch die Anatomie der Köpfe mit einer Asymmetrie der Gehirnhälften sowie mit unterschiedlicher Aktivität ihrer Gene in verschiedenen Hirnhälften korreliert. Die Forscher hoffen, dass ihre Ergebnisse dabei helfen, die Grundlagen der Händigkeit und der Asymmetrie im Gehirn besser zu verstehen und somit zum Verständnis der Händigkeit beim Menschen beitragen. Bild: Axel Meyer, Universität Konstanz.

more_grey DOI: 10.1093/gbe/evx218


Erregungszustände verändern das Denken

14.11.2017 | Forscher des Instituts für Psychologie der Universität Innsbruck zeigen in einer aktuellen Studie, dass sich stark negative wie auch extrem positive Situationen auf die Fähigkeit des Gehirns auswirken, Vorgänge in der Umgebung richtig einzuordnen. Dazu wurden den Teilnehmern in einer Studie drei verschiedene Arten von Szenen vorgespielt: eine positive, eine negative und eine neutrale. Danach wurde geprüft, ob sie sich daran erinnern, wo bestimmte Dinge dargestellt wurden (räumlicher Kontext) oder bemerken in welcher Reihenfolge Ereignisse geschahen (sequentieller Kontext). Nach dem Betrachten erregender Szenen waren die Teilnehmer schlechter darin als nach dem Sehen der Kontrollszene. Thomas Maran und seine Kollegen wollten danach noch herausfinden, ob das gleichermaßen in stark positiven wie in stark negativen Situationen der Fall ist. Um dies zu testen, verwendeten sie Clips von Filmmaterial, das in bisherigen Untersuchungen erfolgreich Stressreaktionen hervorgerufen hatte. In beiden Fällen (positiv wie negativ) waren die Teilnehmer weniger in der Lage, sich zu erinnern, wo sich bestimmte Gegenstände befunden hatten oder in welcher Reihenfolge Ereignisse auftraten. Die Forscher sehen die Ursachen für diese Ergebnisse in den Abläufen im Gehirn. Sie gehen davon aus, dass die Untersuchungen eine bessere Grundlage für das Verständnis von menschlichem Verhalten unter hohen Erregungszuständen liefern.

more_grey DOI: 10.3389/fnbeh.2017.00206


Wieviel wiegt das Leben?

06.11.2017 | Wissenschaftler der Forschungsgruppe Biophysik unter der Leitung von ETH-Professor Daniel J. Müller haben in Zusammenarbeit mit Christoph Gerber von der Universität Basel und Jason Mercer vom University College London eine neuartige Zellwaage entwickelt. Mit dieser ist es nicht nur möglich, die Masse lebender Zellen innerhalb kürzester Zeit zu bestimmen, sondern auch zu verfolgen, wie sich deren Gewicht über die Zeit verändert. Und das mit einer Auflösung von Millisekunden und Billionstel Gramm. Gewogen werden die Zellen, die normalerweise rund zwei bis drei Nanogramm wiegen, unter kontrollierten Bedingungen in einer Zellkulturkammer. Der Wägearm, ein winziges, hauchdünnes, transparentes und mit Collagen oder Fibronektin beschichtetes Siliziumplättchen, wird zum Boden der Kammer heruntergefahren, stupst dort eine Zelle an und nimmt sie auf. Auf der Seite, an welcher der mikroskopische Federbalken befestigt ist, wird dieser mithilfe eines blauen, pulsierenden Lasers minimal zum Schwingen angeregt. Ein zweiter, sehr schwacher infraroter Laser misst vorne, wo die Zelle hängt, die Schwingungen, zuerst ohne und dann mit Zelle. Aus der Differenz der beiden Schwingungen lässt sich die Masse der Zellen errechnen. Auf dem Computerbildschirm wird das Gewicht und dessen Veränderung als Kurve dargestellt und kann über den gesamten Zeitraum der Messung abgelesen werden.

more_grey DOI: 10.1038/nature24288


jobvector career day in Düsseldorf

02.11.2017 | Am 17.11.2017 findet der renommierte jobvector career day, Europas größte Karrieremesse für Naturwissenschaftler, Mediziner, Ingenieure und Informatiker, wieder in Düsseldorf statt. Er wird in Kooperation zwischen jobvector und Naturejobs durchgeführt. BewerberInnen haben die Chance sowohl Großkonzerne als auch mittelständische Unternehmen direkt vor Ort kennen zu lernen und durch spannende Firmenvorträge ein genaueres Bild der potentiellen Arbeitgeber zu erhalten. Die Online-Anmeldung und alle zusätzlichen Angebote des jobvector career days sind kostenfrei. Inbegriffen ist zum einen ein fachspezifischer CV-Check, bei dem der mitgebrachte Lebenslauf von Experten optimiert wird und zum anderen das Anfertigen von professionellen Bewerbungsfotos. Darüber hinaus erhält jeder Besucher ein Exemplar des etablierten fachspezifischen Karriereratgebers Karrieretrends. Highlight des Tages ist das Bewerbungsgespräch LIVE, das von einer erfahrenen Personalerin durchgeführt und im Anschluss professionell analysiert wird.

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Aktuell: Molekulare Diagnostik

Aktuell: Molekulare Diagnostik

Kein Mensch gleicht dem anderen, jeder Mensch wird anders krank und Medikamente wirken daher sehr individuell und unterschiedlich effektiv. Der Anteil der Personen, bei denen ein Medikament nicht wirkt, ist insbesondere in der Krebstherapie hoch. Wenn man bereits vor Beginn der Therapie den individuellen Typ des Tumors ermitteln und die Erfolgs - wahrscheinlichkeit der in Frage kommenden Mediakation bestimmen könnte, wäre schon ein großer Schritt im Kampf gegen Krebs getan. Das Spektrum der Möglich keiten für diese vorab-Diagnostik und die Voraussage eines Therapieerfolgs wird von Jahr zu Jahr größer. So können z. B. inzwischen mit einer liquid biopsy aus nur einer Blutprobe wichtige Parameter für eine maßgeschneiderte Therapie bestimmt werden. (Hintergrundbild: © Moritz Hass, CBT Bonn)

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Hier finden Sie alle Marktübersichten aus den Jahren 2005 bis 2017.
In 2017 sind 2 Übersichten erschienen: Pipetten (2/17) und High Content Screening Systeme (6/17). Zuletzt erschienen ist 6/17: High Content Screening Systeme.

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