Reis

Reispathogen als Helfer gegen Krebs

Prof. Dr. Christian Hertweck und seinen Forscherkollegen vom Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut ist es gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Tübingen gelungen, einen wichtigen Schritt in der Herstellung des Wirkstoffes Rhizoxin zu entschlüsseln. Rhizoxin wird von dem Schimmelpilz Rhizopus microsporus gebildet, der die schädliche Reiskeimlingsfäule auslösen kann. Seit Mitte der 1980er ist bekannt, dass Rhizoxin gegen Krebs wirksam ist. Der Wirkstoff scheiterte als Medikament, allerdings sind die krebshindernden Eigenschaften der Substanz weiterhin vielversprechend. Bei der Bildung von Rhizoxin wird eine bestimmte Kettenverzweigung in das Molekül eingeführt, welche die Wirkung gegen Krebszellen initiiert. Ein bisher unbekanntes Enzymmodul ist für diesen Reaktionsschritt verantwortlich. In der Studie wurde die atomare Struktur des betreffenden Enzyms aufgeklärt und experimentell bestätigt. Die Forscher nehmen an, dass das neu entdeckte Prinzip der Kettenverzweigung in der Natur häufiger vorkommt – eine Chance für die Entdeckung unbekannter Naturstoffe. Außerdem haben sie damit ein völlig neues Werkzeug in der Hand: Neue, medizinisch interessante Wirkstoffe könnten erzeugt und bereits vorhandene gezielt verändert werden.
© Agricultural Research Service

DOI:10.1038/nature12588

Termine

  • 28.10.2020

    LAB-SUPPLY Hamburg
    Hamburg

  • 28.10.2020 - 31.10.2020

    FEMS Conference on Microbiology 2020
    Konferenz wird virtuell durchgeführt

  • 01.11.2020 - 10.11.2020

    Falling Walls and Berlin Science Week
    Konferenz wird virtuell durchgeführt

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Die Polymerasekettenreaktion (PCR) ist eine wichtige Methode der Molekularbiologie und ermöglicht die exponentielle Vervielfältigung sehr geringer Mengen spezifischer DNA aus einer heterogenen DNA-Probe. Die klassische PCR wurden für spezifische Fragenstellungen erweitert, sodass eine Vielzahl von PCR-Techniken beschrieben wurde. Gängige PCR-Varianten umfassen neben der quantitativen Echtzeit-PCR (qPCR) beispielsweise die Reverse-Transkriptase-PCR (RT-PCR) zum Nachweis von RNA oder die Multiplex-PCR, mit der mehrere Gene auf einmal amplifiziert werden können. Für eine digital PCR (dPCR) wird die DNA auf viele Reaktionsgefäße mit einem kleinen Volumen aufgeteilt, bei der digital droplet PCR (ddPCR) sogar auf nanolitergroße Einzeltröpfchen. Mithilfe von Fluoreszenzsonden kann die DNA dann detektiert und auch quantifiziert werden.
Saskia Hussung und Ralph Fritsch haben eine multi-target droplet PCR (ddPCR) zum Nachweis von KRAS- und NRAS-Mutation in freier DNA für eine nicht-invasive Tumordiagnostik entwickelt. Marcel Boss und Christoph Arenz untersuchen zirkulare RNAs (circRNAs) mit RT-qPCR über einen neuartigen rolling circle-Mechanismus. Jan Fleckhaus und Peter M. Schneider setzen die Multiplex-PCR für eine molekulare Altersbestimmung ein. Hintergrundbild: © peshkova / stock.adobe.com

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