miRNAs im Zellkern

Während längere RNA-Moleküle, sogenannte lncRNAs (long non coding RNAs), verschiedene biologische Prozesse im Zellkern regulieren, ging man bislang davon aus, dass kurze RNA-Moleküle, sogenannte micro RNAs (miRNAs), im Zytoplasma aktiv sind. Dort hemmen sie die Translation bestimmter Proteine. Die Wissenschaftler um Guillermo Barreto vom Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim haben nun herausgefunden, dass miRNAs durchaus im Zellkern aktiv sein können. In einem bestimmten Bereich des Zellkerns, dem Nukleolus, entdeckte die Arbeitsgruppe einen Komplex, der neben Proteinen auch miRNA-Moleküle enthält. Innerhalb dieses, von den Wissenschaftlern MiCEE benannten, Molekülkomplexes kommt einer bestimmten miRNA eine Schlüsselfunktion zu. Die miRNA Mirlet7d verhindert die Transkription einer Reihe von Genen und zeigt somit, dass eine miRNA im Zellkern in die Regulation der Genexpression eingreifen kann.

DOI: 10.1038/s41588-018-0139-3

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Humane embryonale Stammzellen (hES-Zellen) sind für die biowissenschaftliche Forschung und Medizin sehr interessant, da sie sich in spe zialisierte Zellen weiterentwickeln und in einer Zellersatztherapie z. B. bei Krebspatienten eingesetzt werden können. hES-Zellen müssen jedoch aus Embryonen, die durch in vitro-Fertilisation entstanden sind, gewonnen werden. Deshalb ist die Herstellung von hES ethisch fragwürdig und in Europa unterliegt die wissenschaftliche Verwendung von hES strengen Kriterien. In der Forschung werden hauptsächlich adulte Stammzellen und induzierte pluripotente Stammzellen (iPSC), die aus Somazellen gewonnen wurden, verwendet. Die vielfältigen neuen Entwicklungen in der Stammzellforschung beinhalten z. B. die Erstellung von Organoiden oder Mini-Organe zur Einsatz in der medizinischen Forschung oder für Arzneimitteltests. Hintergrundbild: MAP2-positive Neurone. Siehe Abb. 1, Artikel von Ricarda Stock und Hansjürgen Volkmer auf Seite 46.

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