Die Inselrinde

Inmitten der Großhirnrinde liegt die Inselrinde. Hier treffen akute Sinneseindrücke, körperliche Zustände, Gefühle und Emotionen zusammen. Wie die Inselrinde diese Informationen verarbeitet und welchen Einfluss sie auf das Verhalten bei Mäusen hat, untersuchten Nadine Gogolla und ihr Team am Max-Planck-Institut für Neurobiologie. Die Nervenzellen der hinteren Inselrinde reagieren auf eine Vielzahl von Sinneseindrücken, Emotionen und Körperzuständen. Die hier verarbeiteten Informationen haben alle eine negative Auswirkung oder Signalwirkung auf das Tier. Interessanterweise können einzelne Nervenzellen dabei auf so unterschiedliche negative Reize wie Bitter, Furcht, Schmerz, Durst und körperliches Unwohlsein reagieren. Sobald die Zellen solch einen negativen Zustand erkennen, leiten sie die Informationen über zwei unterschiedliche Nervenbahnen zum Mandelkern oder dem Nucleus accumbens weiter und beeinflussen so das Verhalten. Die Aktivierung der Nervenbahn von der Inselrinde zum Mandelkern bewirkt vor allem Verhaltensanpassungen an Angst. Das Aktivieren der Nervenbahn zum Nucleus accumbens hatte dagegen den gleichen Effekt wie eine Krankheit: Die Mäuse hörten auf zu fressen. Interessanterweise konnten die Tiere trotz Übelkeit etwas fressen, wenn diese Nervenbahn inaktiviert wurde. Die so gezeigten mechanistischen Zusammenhänge in der Maus sind ein wichtiger Schritt um Angsterkrankungen, Depressionen und Essstörungen wirklich zu verstehen und eventuell einzudämmen, hoffen die Forscher.

demnächst in nature neuroscience

Termine

  • 03.06.2020 - 06.06.2020

    EMBO | EMBL Symposium: "Microtubules: From Atoms to Complex Systems"
    virtuelles Symposium

  • 06.06.2020 - 09.06.2020

    The European Human Genetics Conference 2020
    virtuelle Konferenz

  • 30.06.2020 - 02.07.2020

    BIOKET 2020
    Lille, Frankreich

Zur Terminübersicht

Service

Stellenmarkt

Ihre Stellenanzeigen oder Stellengesuche sind willkommen!

Mitglieder der Gesellschaften können eine kostenfreie Fließtext-Anzeige im Heft oder eine Online-Anzeige schalten. Oder buchen Sie kostengünstig ein größeres Format (info@top-ad-online.de). Fragen Sie nach: biospektrum@springer.com

Stellenmarkt
Special

Aktuell: Antikörpertechnologie

Aufgrund ihrer hochspezifischen Bindungsfähigkeit sind Antikörper ein bedeutender Forschungsgegenstand in den Biowissenschaften. Als Meilenstein der Antikörperforschung gilt die Entwicklung der Hybridomtechnologie im Jahr 1975 durch Georges Köhler und César Milstein, die dafür 1984 mit dem Nobelpreis für Medizin gewürdigt wurden. Hierdurch konnten monoklonale Antikörper erstmals in großen Mengen und nahezu uneingeschränkter Spezifität hergestellt werden. Zahlreiche experimentelle Nachweismethoden – u. a. die Immunfluoreszenz, der Western Blot und der Enzymelinked Immunosorbent Assay (ELISA) – wurden damit realisierbar. Die Herstellung bi- und multispezifischer Antikörper hat in den vergangenen Jahren insbesondere die therapeutische Nutzung von Antikörpern, z. B. mittels dualem Targeting, revolutioniert. Aktuelle Forschungsarbeiten nutzen zudem die vorteilhaften Eigenschaften von Einzeldomänen-Antikörperfragmenten (Nanobodies), um das Anwendungspotenzial von Antikörpertechnologien weiter auszubauen. Heiko Dinter, Arghavan S. Zadeh und Katharina Schindowski Zimmermann beschreiben, wie spezifische Antikörper zeit- und kostengünstig durch die Verwendung von Phagen-Displays selektiert werden können. Benedikt Jedlitzke, Zahide Yilmaz und Henning D. Mootz präsentieren ihr Konzept zur lichtgesteuerten Aktivierung von Nanobodies. Oliver Seifert und Roland E. Kontermann erläuterten die von ihnen entwickelte Diabody-Ig-Technologie zur Herstellung von multivalenten und multispezifischen Antikörper-ähnlichen Molekülen. Hintergrundbild: © Sebastian Schreiter / Springer Medizin Verlag GmbH

Zu den Beiträgen
Neue Produkte

Funktionale Exosomen – schnell und einfach

Weitere Informationen unter: www.iba-lifesciences.com

Weitere Produkte
Marktübersicht

Aktuell: Thermocycler

Hier finden Sie alle Marktübersichten aus den Jahren 2016 bis 2020. Zuletzt erschienen ist: Thermocycler (03/20).

Zur Übersicht