Bienentanz

Honigbienen tanzen im Dialekt

Die Tanzsprache der Honigbienen ist eine im Tierreich einzigartige Form der symbolischen Kommunikation. Der sogenannte Schwänzeltanz wird genutzt, um Artgenossen den Standort aufgefundener Futterquellen mitzuteilen. Hat eine Biene zum Beispiel einen blühenden Kirschbaum entdeckt, kehrt sie in den Stock zurück und informiert andere Bienen mit einem Tanz, in welcher Himmelsrichtung die Futterquelle liegt und wie weit sie entfernt ist. Wissenschaftler des Biozentrums der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und des National Centre for Biological Sciences in Bangalore (Indien) haben nun nachgewiesen, dass je nach Bienenart, unterschiedliche Tanzdialekte zur Kommunikation verwendet werden. Teil des Tanzes ist der so genannte Schwänzellauf, bei dem die Bienen energisch mit ihrem Hinterleib wackeln. Die Richtung des Schwänzellaufs auf der Wabe zeigt die Himmelsrichtung des Zieles im Verhältnis zum Sonnenstand an, die Dauer des Laufs weist die Entfernung aus. Mit zunehmender Entfernung der Futterquelle vom Stock steigt die Dauer der Schwänzelläufe geradlinig an. Allerdings fällt dieser Anstieg bei verschiedenen Bienenarten unterschiedlich steil aus. Das zeigte sich bei Experimenten, die das Forschungsteam in Südindien durchführte. Dabei wurde festgestellt, dass die Dauer der Schwänzelläufe im Zusammenhang zum Sammelradius der jeweiligen Bienenart steht: Bei identischer Entfernung der Futterquelle führen Bienenarten mit einem größerem Sammelradius zeitlich kürzere Schwänzelläufe durch als Bienenarten mit einem geringeren Sammelradius. Um eine identische Entfernung zum Futter zu kommunizieren, verwendet also jede Art ihren eigenen Tanzdialekt. Die Ergebnisse bestätigen, was von früheren Wissenschaftlern dieses Forschungsbereichs vermutet wurde. Es handelt sich um evolutionäre Anpassungen an die für die jeweiligen Honigbienen typischen Futtersammeldistanzen. Honigbienen zum Beispiel, die regelmäßig über weite Strecken fliegen, können es sich nicht erlauben, diese Distanzen im Stock durch entsprechend langdauernde Schwänzelläufe abzubilden. Im Getümmel des Stocks könnten die anderen Bienen solche „Marathonläufe“ nur noch schwer verfolgen. Fotos: Patrick Kohl / Fabienne Maihoff

DOI: 10.1098/rspb.2020.0190

Termine

  • 01.11.2020 - 10.11.2020

    Falling Walls and Berlin Science Week
    Konferenz wird virtuell durchgeführt

  • 04.11.2020 - 07.11.2020

    DGN Kongress
    Konferenz wird virtuell durchgeführt

  • 11.11.2020 - 12.11.2020

    Plant Biology and Biotechnology 2020
    Konferenz wird virtuell durchgeführt

Zur Terminübersicht

Service

Stellenmarkt

Ihre Stellenanzeigen oder Stellengesuche sind willkommen!

Mitglieder der Gesellschaften können eine kostenfreie Fließtext-Anzeige im Heft oder eine Online-Anzeige schalten. Oder buchen Sie kostengünstig ein größeres Format (info@top-ad-online.de). Fragen Sie nach: biospektrum@springer.com

Stellenmarkt
Special

Aktuell: PCR & qPCR

Die Polymerasekettenreaktion (PCR) ist eine wichtige Methode der Molekularbiologie und ermöglicht die exponentielle Vervielfältigung sehr geringer Mengen spezifischer DNA aus einer heterogenen DNA-Probe. Die klassische PCR wurden für spezifische Fragenstellungen erweitert, sodass eine Vielzahl von PCR-Techniken beschrieben wurde. Gängige PCR-Varianten umfassen neben der quantitativen Echtzeit-PCR (qPCR) beispielsweise die Reverse-Transkriptase-PCR (RT-PCR) zum Nachweis von RNA oder die Multiplex-PCR, mit der mehrere Gene auf einmal amplifiziert werden können. Für eine digital PCR (dPCR) wird die DNA auf viele Reaktionsgefäße mit einem kleinen Volumen aufgeteilt, bei der digital droplet PCR (ddPCR) sogar auf nanolitergroße Einzeltröpfchen. Mithilfe von Fluoreszenzsonden kann die DNA dann detektiert und auch quantifiziert werden.
Saskia Hussung und Ralph Fritsch haben eine multi-target droplet PCR (ddPCR) zum Nachweis von KRAS- und NRAS-Mutation in freier DNA für eine nicht-invasive Tumordiagnostik entwickelt. Marcel Boss und Christoph Arenz untersuchen zirkulare RNAs (circRNAs) mit RT-qPCR über einen neuartigen rolling circle-Mechanismus. Jan Fleckhaus und Peter M. Schneider setzen die Multiplex-PCR für eine molekulare Altersbestimmung ein. Hintergrundbild: © peshkova / stock.adobe.com

Zu den Beiträgen
Neue Produkte

Probenvorbereitung für die Bakteriologie

Weitere Informationen unter: www.lauda.de

Weitere Produkte
Marktübersicht

Aktuell: Western-Blot-Geräte

Hier finden Sie alle Marktübersichten aus den Jahren 2016 bis 2020. Zuletzt erschienen ist: Western-Blot-Geräte (05/20).

Zur Übersicht