Im und um den Bodensee finden sich zwei Ökotypen des Dreistachligen Stichlings, die sich unter dem Einfluss ihres jeweiligen Lebensraums entwickelt haben: links der See-Stichling, rechts der Fluss-Stichling. Die beiden Ökotypen unterschieden sich in zahlr

Schnelle Evolution bei Fischen

Obwohl Evolution gewöhnlich langsam abläuft, kann die Anpassung bestimmter Merkmale vergleichsweise schnell erfolgen. Abgesehen von Studien mit Mikroorganismen gab es bislang jedoch nur wenige Forschungsarbeiten, die empirisch belegen, wie schnell die natürliche Selektion auf die Gesamtheit des Erbgutes wirkt. Ein Forschungsteam um Dr. Daniel Berner vom Departement Umweltwissenschaften der Universität Basel hat nun den Nachweis für die schnelle Evolution innerhalb einer Generation anhand der einheimischen Fischart des Dreistachligen Stichlings erbracht. Hierfür kreuzten die Wissenschaftler zunächst zwei verschiedene Ökotypen (See und Fluss) der Fischart über mehrere Generationen im Labor, um eine genetisch vielfältige Versuchspopulation zu erhalten. Anschließend entließen die Wissenschaftler die Versuchstiere in einen natürlichen Flusslebensraum ohne Stichlinge und setzten diese somit der natürlichen Selektion aus. Nach einem Jahr wurden die verbliebenen Fische eingefangen und mittels Genomanalyse daraufhin untersucht, ob die genetischen Varianten des ursprünglichen Fluss-Ökotypen bereits innerhalb einer Generation häufiger wurden. Dabei zeigte ein Vergleich geeigneter DNA-Sequenzen, dass sich die Häufigkeit der Flussvarianten auf Kosten der Seevarianten um etwa 2,5 Prozent erhöhte. Durch die Ergebnisse wurde deutlich, dass Evolution sehr zügig und vor unseren Augen ablaufen kann – und das nicht nur bei Mikroorganismen. Bild: Im und um den Bodensee finden sich zwei Ökotypen des Dreistachligen Stichlings, die sich unter dem Einfluss ihres jeweiligen Lebensraums entwickelt haben: links der See-Stichling, rechts der Fluss-Stichling. Die beiden Ökotypen unterschieden sich in zahlreichen Merkmalen des Körperbaus und Verhaltens (Quelle Universität Basel, Daniel Berner).

DOI: 10.1038/s41467-020-15657-3

Termine

  • 07.12.2020 - 09.12.2020

    4th International Conference on Global Food Security
    Konferenz wird virtuell durchgeführt

  • 11.12.2020 - 15.12.2020

    11th World Biomaterials Congress
    Konferenz wird virtuell durchgeführt

  • 24.12.2020 - 25.12.2020

    International Conference on Computational Cell Biology
    Konferenz wird virtuell durchgeführt

Zur Terminübersicht

Service

Stellenmarkt

Ihre Stellenanzeigen oder Stellengesuche sind willkommen!

Mitglieder der Gesellschaften können eine kostenfreie Fließtext-Anzeige im Heft oder eine Online-Anzeige schalten. Oder buchen Sie kostengünstig ein größeres Format (info@top-ad-online.de). Fragen Sie nach: biospektrum@springer.com

Stellenmarkt
Special

Aktuell: High Content Cell Imaging

Während in der klassischen Mikroskopie die Zellen fixiert werden müssen, was Zerstörungen und Artefakte mit sich bringt, können mit Fluoreszenz-basierten Mikroskopiemethoden, z. B. der laser scanning-Mikroskopie, lebende Zellen viel realistischer beobachtet werden. Dabei wird der Erkenntnisgewinn enorm erweitert, da nicht nur eine exakte Lokalisation von spezifischen Proteinen oder Nukleinsäuren in der Zelle bestimmt werden kann, sondern auch deren Bewegungen und Interaktionen in einer intakten, lebenden Zelle. Durch die resolution Evolution, bei der die Auflösungsgrenze drastisch nach unten verschoben wurde, z. B. mit der stochastic optical reconstruction microscopy (dSTORM), können sogar einzelne Moleküle in lebenden Zellen erfasst werden. Jan Schlegel und Markus Sauer zeigen in ihrem Beitrag, wie man mit der 3D-Gitter-Lichtblatt-dStorm-Technologie die Verteilung des Adhäsionsrezeptors CD56 in der Plasmamembran visualisieren kann. Anne Schlaitz wendet die konfokale laser scanning-Methode an, um in lebenden Zellen die Dynamik des ERs während der Mitose zu erforschen. Tobias Becker und Pavel Kielkowski stellen in ihrem Artikel eine Pronukleotid-Sonde für das in situ fluorescence Imaging zur Identifizierung und Beobachtung von AMPylierten Proteinen vor. Hintergrundbild: Sich teilende HeLa-Zellen unter dem Lichtmikroskop. Chromosomen im Zellnukleus (lila), Mikrotubuli im Zellskelett (Tubulin, grün) und Aktin (rot) sind erkennbar. Bild: Kevin Mackenzie, University of Aberdeen, Wellcome Collection, https://wellcomecollection.org/works/vjq5c26rCC unter der Lizenz BY 4.0, https://creativecommons.org/licenses/by/4.0.

Zu den Beiträgen
Neue Produkte

Antikörper stabilisieren und problemlos lagern

Weitere Informationen unter: www.candor-bioscience.de

Weitere Produkte
Marktübersicht

Aktuell: Mikrotiterplatten

Hier finden Sie alle Marktübersichten aus den Jahren 2016 bis 2020. Zuletzt erschienen ist: Mikrotiterplatten(07/20).

Zur Übersicht