eil des Hippocampus einer Maus, der beim Erlernen einer neuen Aufgabe aktiviert wird. In grüner Farbe erscheinen die Neuronen, die die spezifische Erinnerung an diese Aufgabe codieren (Quelle: Ana M.M. Oliveira).

Wie sich Nervenzellen zum Abruf einer Erinnerung gezielt reaktivieren lassen

Die Wissenschaft geht davon aus, dass jede Erinnerung eine individuelle Repräsentation im Gehirn aufweist, die durch ein bestimmtes Muster an Neuronen codiert wird. Damit eine Erinnerung abgerufen werden kann, müssen ausreichend viele Neurone dieses spezifischen Musters im Gehirn reaktiviert werden. Forscher des Interdisziplinären Zentrums für Neurowissenschaften der Universität Heidelberg haben nun herausgefunden, dass sich der Abruf einer Erinnerung in Mäusen verbessert, wenn das Level des epigenetischen Faktors Dnmt3a2 selektiv erhöht wird. Dnmt3a2 sorgt wiederum dafür, dass bestimmte Proteine vermehrt hergestellt werden, die ihrerseits die Erinnerung beeinflussen. Die Wissenschaftler um Dr. Ana Oliveira trainierten hierfür Labormäuse in einer Pawlowschen Konditionierungsaufgabe und markierten die Nervenzellen im Hippocampus, die für die Erinnerung der erlernten Aufgabe relevant waren. Anschließend erhöhten die Wissenschaftler in genau diesen Zellen das Level des Proteins Dnmt3a2 und stellten fest, dass schon eine geringe Steigerung bei den Mäusen zu einer verbesserten Gedächtnisleistung führte. In vorangegangenen Studien konnten die Wissenschaftler bereits nachweisen, dass Dnmt3a2 bei Mäusen altersbedingt gestörte kognitive Funktionen wiederherstellen und das „Löschen“ traumatischer Erinnerungen erleichtern kann. Von ihren Ergebnissen erhoffen sie sich neue Impulse für die Erforschung der Frage, wie Nervenzellen, die für die Steuerung der Gedächtnisleitung zuständig sind, gezielt beeinflusst werden können. Bild: Teil des Hippocampus einer Maus, der beim Erlernen einer neuen Aufgabe aktiviert wird. In grüner Farbe erscheinen die Neuronen, die die spezifische Erinnerung an diese Aufgabe codieren (Quelle: Ana M.M. Oliveira).

DOI: 10.1038/s41467-020-14498-4

Termine

  • 07.12.2020 - 09.12.2020

    4th International Conference on Global Food Security
    Konferenz wird virtuell durchgeführt

  • 11.12.2020 - 15.12.2020

    11th World Biomaterials Congress
    Konferenz wird virtuell durchgeführt

  • 24.12.2020 - 25.12.2020

    International Conference on Computational Cell Biology
    Konferenz wird virtuell durchgeführt

Zur Terminübersicht

Service

Stellenmarkt

Ihre Stellenanzeigen oder Stellengesuche sind willkommen!

Mitglieder der Gesellschaften können eine kostenfreie Fließtext-Anzeige im Heft oder eine Online-Anzeige schalten. Oder buchen Sie kostengünstig ein größeres Format (info@top-ad-online.de). Fragen Sie nach: biospektrum@springer.com

Stellenmarkt
Special

Aktuell: High Content Cell Imaging

Während in der klassischen Mikroskopie die Zellen fixiert werden müssen, was Zerstörungen und Artefakte mit sich bringt, können mit Fluoreszenz-basierten Mikroskopiemethoden, z. B. der laser scanning-Mikroskopie, lebende Zellen viel realistischer beobachtet werden. Dabei wird der Erkenntnisgewinn enorm erweitert, da nicht nur eine exakte Lokalisation von spezifischen Proteinen oder Nukleinsäuren in der Zelle bestimmt werden kann, sondern auch deren Bewegungen und Interaktionen in einer intakten, lebenden Zelle. Durch die resolution Evolution, bei der die Auflösungsgrenze drastisch nach unten verschoben wurde, z. B. mit der stochastic optical reconstruction microscopy (dSTORM), können sogar einzelne Moleküle in lebenden Zellen erfasst werden. Jan Schlegel und Markus Sauer zeigen in ihrem Beitrag, wie man mit der 3D-Gitter-Lichtblatt-dStorm-Technologie die Verteilung des Adhäsionsrezeptors CD56 in der Plasmamembran visualisieren kann. Anne Schlaitz wendet die konfokale laser scanning-Methode an, um in lebenden Zellen die Dynamik des ERs während der Mitose zu erforschen. Tobias Becker und Pavel Kielkowski stellen in ihrem Artikel eine Pronukleotid-Sonde für das in situ fluorescence Imaging zur Identifizierung und Beobachtung von AMPylierten Proteinen vor. Hintergrundbild: Sich teilende HeLa-Zellen unter dem Lichtmikroskop. Chromosomen im Zellnukleus (lila), Mikrotubuli im Zellskelett (Tubulin, grün) und Aktin (rot) sind erkennbar. Bild: Kevin Mackenzie, University of Aberdeen, Wellcome Collection, https://wellcomecollection.org/works/vjq5c26rCC unter der Lizenz BY 4.0, https://creativecommons.org/licenses/by/4.0.

Zu den Beiträgen
Neue Produkte

Antikörper stabilisieren und problemlos lagern

Weitere Informationen unter: www.candor-bioscience.de

Weitere Produkte
Marktübersicht

Aktuell: Mikrotiterplatten

Hier finden Sie alle Marktübersichten aus den Jahren 2016 bis 2020. Zuletzt erschienen ist: Mikrotiterplatten(07/20).

Zur Übersicht