Tannenhäher mit Biologger auf dem Rücken (Quelle: Thomas Müller)

Wie wirken sich Corona-Maßnahmen auf das Wildleben aus?

Während die Corona-Maßnahmen der letzten Monate global-gesellschaftlich als herausfordernd wahrgenommen wurden, gibt es – hervorgerufen durch die Einschränkung menschlicher Mobilität – vereinzelt auch positive Nebeneffekte. Wissenschaftler der internationalen COVID-19 Bio-Logging Initiative sehen in dieser Einschränkung eine historisch bislang einmalige Chance, um neue Erkenntnisse zur komplexen Interaktion von Mensch und Wildleben zu erlangen. Die Initiative, an der u.a. die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, das Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie und die Universität Konstanz beteiligt sind, bezeichnet diese Phase als „Anthropause“ und bezieht sich auf eine Vielzahl anekdotischer Beobachtungen mit Wildtieren in Ballungsräumen. So wurde beispielsweise von Pumas in der Innenstadt von Santiago (Chile) sowie von Delfinen im Hafen von Triest (Italien) berichtet und in diversen europäischen Städten wurden mehr Wildtiere als bisher wahrgenommen. Gleichzeitig können Arten, die vermehrt in urbanen Ballungsräumen leben, aktuell mit fehlender Nahrung konfrontiert werden und gefährdete Arten wie Nashörner sind durch die verringerte Präsenz von Menschen einem erhöhten Risiko für Wilderei ausgesetzt. Da es sich hierbei jedoch überwiegend um Meldungen in sozialen Medien oder Expertenmeinungen handelt, möchten die Forscher der COVID-19 Bio-Logging die noch bestehende Anthropause für möglichst weitreichende wissenschaftliche Datenerhebungen nutzen. Hierfür werden weltweit eine Vielzahl von Tierarten mit Biologgern – eine Art Mini-Sender – ausgestattet, um Daten zu Wanderungen, Verhalten und Stressniveau von Tieren vor, während und nach dem COVID-19 Lockdown zu erheben. Als Ergebnis erhoffen sich die Forscher Hinweise darauf, ob sich durch relativ geringfügige Änderungen unseres Lebensstils und unserer Infrastruktur erhebliche Vorteile für Ökosysteme und Menschen ergeben können. Bild: Tannenhäher mit Biologger auf dem Rücken (Quelle: Thomas Müller).

DOI: 10.1038/s41559-020-1237-z

Termine

  • 30.09.2020

    LAB-SUPPLY
    Münster

  • 01.10.2020 - 02.10.2020

    Genome Editing in Europa: neue Agenda oder neue Auseinandersetzungen?
    Konferenz wird virtuell durchgeführt

  • 05.10.2020 - 06.10.2020

    European Forum for Industrial Biotechnology and the Bioeconomy – EFIB 2020
    Event wird virtuell durchgeführt

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Bereits im 19. Jahrhundert wurde die Automatisierung von Arbeitsschritten in biowissenschaftlichen Laboren angestrebt. Damals waren vor allem Endnutzer – häufig Wissenschaftler – für die Entwicklung und Umsetzung erster Automatisierungen selbst verantwortlich, wie z. B. Thaddeus M. Stevens, der 1875 eine automatisierte Apparatur zur Waschung von Filtraten entwickelte. Beflügelt durch Elektrifizierung, Industrialisierung und Digitalisierung, wurden in den folgenden Dekaden weitreichende Fortschritte im Bereich der Laborautomatisierung erzielt. So wird heutzutage eine Vielzahl von Laborgeräten eingesetzt, die Prozesse automatisiert durchführen können, beispielsweise Zentrifugen, Pipettierautomaten, Thermocycler sowie Kultivierungs- und Screening- Systeme. Zudem erweitert der Einsatz von Robotik- Technologien die mögliche Probenkapazität um ein Vielfaches, was vor allem in der Analytik mittels Hochdurchsatz-Screenings genutzt wird. Daniela Hübscher und Katrin Streckfuss stellen in ihrem Artikel eine PCR-basierte Hochdurchsatz-Methode zur Detektion von Virusinfektionen in induzierten, pluripotenten Stammzellen vor. Anja Klussmeier, Geoffrey A. Behrens und Vinzenz Lange modifizieren ein Hochdurchsatz-System für die HLA-Genotypisierung für eine schnelle Testung auf SARS-CoV2. Phillip Rink und Armin Djamei haben eine Methode zur effizienten Identifizierung von neuen Genfunktionen entwickelt, die sie am Beispiel von Pflanze-Pathogen- Interaktionen vorstellen. Hintergrundbild: © Tetiana Lazunova / Getty Images / iStock

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