Kleines RNA-Bindeprotein mit großer Wirkung in Meningokokken

Meningokokken (orange) haben sich an menschliche Wirtszellen (grün) angeheftet. Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme in Falschfarbendarstellung (Quelle: Alexandra Schubert-Unkmeir).

Meningokokken sind Bakterien, die lebensbedrohliche Hirnhautentzündungen und Sepsis auslösen können. Wissenschaftler u.a. von der Universität Würzburg haben nun herausgefunden, dass das vergleichsweise kleine RNA-Bindeprotein ProQ einen großen Einfluss auf die bakterielle Genregulation von Meningokokken hat. Mit eigens entwickelten Hochdurchsatzverfahren konnten die Forscher um Christoph Schoen und Jörg Vogel aufzeigen, dass ProQ mit fast 200 verschiedenen RNA-Molekülen Wechselwirkungen eingeht und bei der Aktivierung von mehr als 250 bakteriellen Genen mitwirkt. Dabei verhilft ProQ Meningokokken zu einer besseren DNA-Reparatur und macht die Bakterien widerstandsfähig gegen oxidativen Stress. Beides trägt wesentlich zu den krankmachenden Eigenschaften der Bakterien bei. Zukünftig möchten die Wissenschaftler ihre Erkenntnisse insbesondere für die Erschließung neuer Angriffspunkte für antibakterielle Wirkstoffe nutzen. Zudem soll der gesamte Bestand an RNA-Bindeproteinen in Meningokokken mit etablierten Hochdurchsatzverfahren systematisch identifiziert werden. Bild: Meningokokken (orange) haben sich an menschliche Wirtszellen (grün) angeheftet. Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme in Falschfarbendarstellung (Quelle: Alexandra Schubert-Unkmeir).