Überraschend langlebige follikuläre T-Helferzellen (Tfh)

Tfh-Zellen in der Milz einer Maus

T-Lymphozyten spielen eine wichtige Rolle bei der adaptiven Immunantwort und sind gleichzeitig von großer Bedeutung für die Entwicklung von Impfstrategien. In der bisherigen Forschung lag der Fokus dabei mehrheitlich auf den zentralen T-Gedächtniszellen (Tcm), die zur Funktion des immunologischen Gedächtnisses beitragen. Wissenschaftler der Universität Basel haben jetzt einen spezialisierten Zelltyp, die follikulären T-Helferzellen (Tfh), untersucht, deren Existenz und funktionelle Bedeutung umstritten war. Dies liegt daran, dass Tfh -Zellen vermehrt absterben, wenn sie aus dem Gewebe isoliert werden, wie die Forschungsgruppe um Prof. Dr. Carolyn King nachweisen konnte. Sobald dieser Vorgang unterbunden wurde, ließen sich Tfh-Zellen auch 400 Tage nach einer Infektion in Mäusen nachweisen. Zentrale T-Gedächtniszellen, deren Bildung als grundlegend für Impfungen gilt, waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr nachweisbar. Eine genauere Untersuchung ergab, dass die Tfh-Zellen Stammzelleigenschaften besitzen und beständig zur Produktion von Antikörpern beitragen, auch wenn die Immunantwort bereits nachgelassen hat. Hierdurch ergeben sich neue Forschungsperspektiven im Zusammenhang zur Induktion einer dauerhaft erworbenen Immunität. Langfristig hoffen die Wissenschaftler, dass die Erkenntnisse zur Entwicklung neuartiger Impfansätze beitragen werden. Bild: Milz einer Maus mit fluoreszierenden Antikörpern. In den gelben Arealen befinden sich die Tfh-Zellen, die an der Aufrechterhaltung des immunologischen Gedächtnisses beteiligt sind. (Quelle Universität Basel, Departement Biomedizin, Ludivine Litzler)