Wie wir uns Gesichter merken

Gesichtserkennung

Isabelle Bülthoff, Leiterin der Forschungsgruppe für Erkennen und Kategorisieren am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik, hat mit ihrem Team untersucht, was wir uns an einem vertrauten Gesicht merken, um es wieder zu erkennen. Dazu wurden Gesichtsscans erstellt und diese zuerst schrittweise weiblicher und dann männlicher gemacht (bis hin zu 50 Prozent). In einer zweiten Reihe gaben die Forscher den Gesichtern schrittweise ein stärkeres asiatisches und umgekehrt ein deutlicheres kaukasischeres Aussehen. In einer dritten Versuchsreihe schließlich wurden die Gesichter von bekannten Personen mit Gesichtern von Unbekannten vermischt. Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen das Gesicht einer Person anhand von bestimmten äußeren Merkmalen zuordnen, zum Beispiel anhand der Haut, der Form der Augen und Nase sowie daran, wie diese einzelnen Gesichtspartien zueinander stehen. Diese persönlichen Eigenheiten bezeichnet man als Idiosynkrasie. Menschen erinnern sich genauer an solche Idiosynkrasien eines Gesichts als an ein exakt geschlechtsspezifisches oder ethnisches Erscheinungsbild. Es reicht ja im normalen Leben aus zu wissen, dass es ein Mann oder eine Frau ist. wie männlich oder weiblich diese Person ist, ist eher unerheblich. Bild: Max Planck Institut für biologische Kybernetik.