Ein Protein, das beim Nervenwachstum auf die Bremse tritt

Nervenzellen

Während der Embryonalentwicklung bilden Nervenzellen lange Fortsätze (Axone), mit denen sie sich zu einem komplexen Netzwerk im Gehirn verbinden. Wissenschaftler um Prof. Frank Bradke vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Bonn haben nun ein Protein namens RhoA identifiziert, welches das Wachstum dieser Fortsätze reguliert und dabei gewissermaßen auf die Bremse tritt. Ihre Erkenntnisse könnten langfristig dazu beitragen, neue Ansätze zur Behandlung von Rückenmarksverletzungen zu entwickeln. Und zwar fanden sie heraus, dass RhoA einen molekularen Signalweg aktiviert, der direkt auf das Zellskelett einwirkt. Es drosselt das axonale Wachstum, indem es die sogenannten Mikrotubuli, die für die Stabilisierung des Axons notwendig sind, aus der Wachstumszone des Axons verdrängt. Ein genaues Verständnis dieser Vorgänge könnte helfen, gezielt die Regeneration nach Rückenmarksverletzungen anzuregen. Bild: DZNE/Sebastian Dupraz.