Vogelgezwitscher besteht aus kombinierten Lauten

Vogelgesang

Wissenschaftler der Universitäten Zürich, Exeter, Warwick, Macquarie und New South Wales gingen der Frage nach, ob Tiere die kombinatorische Fähigkeit besitzen, bedeutungslose Laute in Signale – sprich: Wörter – zusammenzusetzen. Sie untersuchten die Rufe des Rotscheitelsäblers (Pomatostomus ruficeps) – einem Vogel, der im australischen Outback in sozialen Gruppen lebt. Bestimmte Rufe des Rotscheitelsäblers sind aus zwei unterschiedlichen Lauten zusammengesetzt: «A» und «B». Je nach Verhalten scheinen die Vögel diese in einer bestimmten Reihenfolge zu kombinieren. Durch systematisches Vergleichen testeten die Wissenschaftler, welche der Elemente von den Vögeln als unterschiedliche bzw. als gleiche Laute wahrgenommen werden und konnten so bestätigen, dass die Rufe in zwei wahrnehmbare Laute aufgeteilt werden können, die in unterschiedlichen Anordnungen über beide Rufe hinweg verwendet werden. Es ist das erste Mal, dass Bausteine, die wenn kombiniert eine Bedeutung erzeugen, in einem nichtmenschlichen Kommunikationssystem experimental nachgewiesen werden konnten. Die Studie gibt somit Einblicke, wie sich das hochentwickelte kombinatorische Lautsystem der menschlichen Sprache in frühen Phasen entwickelt haben könnte. Bild: Niall Stopford