Die Immunflucht leukämischer Stammzellen

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Viele Patienten mit Akuter Myeloischer Leukämie (AML) erleiden nach der Behandlung mit Standardtherapien tödliche Rückfälle, die auf überlebende Unterpopulationen von Leukämiezellen zurückzuführen sind. Diese leukämischen Stammzellen oder Krebsstammzellen sind nicht nur gegen Chemotherapien resistenter, sondern auch in der Lage, der Vernichtung durch Immunzellen selektiv zu entgehen. Sie weisen zwar dieselben Mutationen auf wie andere Krebszellen desselben Patienten, verfügen aber über weitere stammzellspezifische Mechanismen der Immunabwehr, die sie nutzen, um ihr Überleben zu sichern.
So unterdrücken die Krebsstammzellen beispielsweise die Oberflächenexpression von Liganden des Gefahrendetektors NKG2D, um den natürlichen Killerzellen zu entkommen. Dieser spezifische Mechanismus der Immunflucht wird in den Krebsstammzellen durch die Bildung des Enzyms PARP1 vermittelt, wie die Forschenden um Studienleiterin Prof. Dr. Claudia Lengerke von der Universität Basel berichten. Eine Behandlung mit PARP1-Hemmern kann zur erneuten Expression von NKG2D-Liganden auf Krebsstammzellen führen. Wie präklinische Versuche mit Mäusen zeigen, können Krebsstammzellen nach solchen Behandlungen durch Immunzellen eliminiert werden. Bild: © Universität Basel/Christoph Schürch