Stille Mutationen in Krebszellen

Bislang dachte man, dass Änderungen im Erbgut ohne Folgen bleiben, wenn es dadurch nicht zu einem Austausch von Proteinbausteinen kommt. Man sprach dann von stillen Mutationen. Nun zeigt das Team um Prof. Dr. Sven Diederichs von der Abteilung für onkologische Forschung der Klinik für Thoraxchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg, dass derartige Veränderungen durchaus die Zellaktivität verändern können. Untersucht wurden 88 Tumorarten und mehr als 650.000 Mutationen. Am Beispiel des Onkogens KRAS zeigten die Forscher, dass bereits eine einzelne synonyme Mutation die Struktur der Erbgut-Abschrift mRNA verändert. Dadurch kann die mRNA schlechter lesbar werden und von dem Protein wird weniger gebildet. Zudem entwickelten die Forscher die Datenbank „SynMICdb“, die bekannte stille Mutationen listet und so anderen Wissenschaftlern entsprechende Auswertungen deutlich vereinfacht.