Eine Triebfeder der Zellbewegung

Zellbewegung

Zellen bilden Scheinfüßchen, die kontinuierlich auswachsen und sich zurückziehen. Damit halten sie sich am Boden fest und ziehen sich vorwärts. Die Richtung, in die sich eine Zelle bewegt, wird in der Regel von chemischen Lockstoffen bestimmt. Fehlen solche externen Signale, begeben sich Zellen auf die Suche. Sie bewegen sich ein Stück in eine Richtung, bleiben stehen, bewegen sich eine Weile auf der Stelle und wandern in eine andere Richtung weiter. Dr. Milos Galic und das Forscherteam des Exzellenzclusters „Cells in Motion“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) gingen der Frage nach, wie diese Zellen es schaffen, ihre Bewegungsrichtung über einen längeren Zeitraum beizubehalten. Sie entdeckten, dass Krümmungen der Zellmembran der Geburtspunkt für einen Bewegungskreislauf sind: Durch mechanische Kräfte, die die Krümmung der Zellmembran bewirken, versammeln sich bestimmte Proteine, die diese Geometrie erkennen. Diese Proteine wiederum ermöglichen es der Zelle, Scheinfüßchen zu bilden, die sich beim Zurückziehen wieder krümmen. Wenn externe Signale fehlen, tritt eine Zelle somit nicht auf der Stelle, sondern kann sich über längere Distanz in eine Richtung bewegen und ihre Umgebung effizient absuchen. Bild: ©Isabell Begemann, Milos Galic