Die RGEN-ISL Visualisierungsmethode

Crispr

Die Entdeckung des CRISPR/Cas9-Systems gilt als ein Meilenstein auf dem Gebiet des gezielten Genome Editings. Forscher um Dr. Andreas Houben des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) Gatersleben haben nun eine andere Anwendung für den RNA/Protein-Komplex gefunden – als zytogenetische Taschenlampe. Im Gegensatz zur herkömmlichen in-situ Hybridisierung wird die DNA bei der Benutzung des neuen RNA-guided endonuclease - in situ labelling-Werkzeugs (RGEN-ISL) nicht denaturiert. Folglich bleibt das Chromatin unbeschädigt und somit kann die Chromatinstruktur nun auch untersucht werden. Des Weiteren ist RGEN-ISL mit Protein-Nachweismethoden kombinierbar und ermöglicht die Echtzeitvisualisierung des Markierungsprozesses. Ursprünglich wurde die neue Methode für Pflanzengenome entwickelt, jedoch kann RGEN-ISL vermutlich in allen Organismen verwendet werden und stellt ein vielversprechendes, neues Werkzeug im Gebiet der Chromosomenbiologie, einschließlich der Medizin, dar. Die Forscher hoffen, mit RGEN-ISL neue Erkenntnisse zur räumlichen Anordnung von Genomen und dem Zusammenhang zwischen Chromatinstruktur und -funktion zu gewinnen sowie das Wissen im vielseitigen Gebiet der Chromosomenbiologie weiter mit voranzutreiben.
©Takayoshi Ishii, Andreas Houben