Intensives Licht macht schläfrig

Fliege

In einer Studie am Lehrstuhl für Neurobiologie und Genetik der Universität Würzburg unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Charlotte Helfrich-Förster und in Zusammenarbeit mit Forschern aus den USA konnte gezeigt werden, dass starker Lichteinfall bei der Taufliege ein vergrößertes Schlafbedürfnis bewirkt, die Mittagsruhe verlängert und den Beginn der Abendaktivität steuert. Den für diese Verhaltensänderungen auf molekularer Ebene Verantwortlichen konnten die Wissenschaftler identifizieren: spezielle Fotorezeptoren außerhalb der Netzhaut, die unter dem Namen Hofbauer-Buchner-Äuglein oder HB eyelets bekannt sind. Über einen mehrstufigen Signalweg wird dann der Calcium-Spiegel erhöht, was wiederum zur Ausschüttung eines speziellen Neuropeptids führt. Dieses beeinflusst die Aktivität weiterer Neuronen, die die Ausprägung der Siesta regulieren und den Beginn der Abendaktivität steuern. Um die Möglichkeit auszuschließen, dass nicht die intensive Lichteinstrahlung, sondern die damit verbundene Wärmeentwicklung Auslöser des verlängerten Mittagsschlafs ist, haben die Wissenschaftler zur Kontrolle ihre Experimente auch an speziellen, gentechnisch veränderten Fliegen durchgeführt. Deren innere Uhr reagiert nicht mehr auf Temperaturveränderungen, aber trotzdem zeigen die Fliegen noch das veränderte Verhalten. Grafik: Charlotte Förster.