Hunger stärkt die Risikofreude

© MPI für Neurobiologie / Purayil & Kadow

Hunger kann sich nicht nur auf die Stimmung, sondern auch auf unsere Risikobereitschaft auswirken. Dr. Ilona Kadow und Lasse Bräcker (Max-Planck-Institut für Neurobiologie, Martinsried bei München) haben nun mit ihren Kollegen in der Fruchtfliege Drosophila gezeigt, dass Hunger nicht nur das Verhalten, sondern auch die Verarbeitungswege im Gehirn verändert. Als die Wissenschaftler im Gehirn der Fliegen Pilzkörperneurone vorübergehend inaktivierten, zeigten hungrige Fliegen keinerlei Reaktion mehr auf Kohlendioxid. Satte Fliegen vermieden Kohlendioxid hingegen unverändert. Zum anderen entdeckten sie, dass Projektionsneurone, welche die Kohlendioxid-Information zum Pilzkörper bringen, entscheidend sind, um in hungrigen, nicht aber in satten Tieren, eine Fluchtreaktion auszulösen. Die Ergebnisse zeigen, dass das angeborene Fluchtverhalten auf Kohlendioxid in Fruchtfliegen je nach ihrem Sättigungszustand von zwei parallelen neuronalen Schaltkreisen gesteuert wird.