Forscher entschlüsseln Lepra-Genom

Foto: Ben Krause-Kyora, Copyright: CAU

Wissenschaftler um Prof. Dr. Johannes Krause (Universität Tübingen) und Prof. Dr. Stewart Cole (Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL), Schweiz) gelang es erstmals, das Genom des hochansteckenden Lepra-Erregers Mycobacterium leprae ohne Referenzsequenzen aus Biopsien zu rekonstruieren. Bei der vergleichenden Analyse von mittelalterlichen und modernen Skeletten stellten die Wissenschaftler fest, dass alle M. leprae Stämme einen gemeinsamen Vorfahren haben, der vor weniger als 4000 Jahren existierte. Die Vergleiche deuten auf eine sehr geringe Mutation der Bakterien innerhalb der letzten 1000 Jahre hin, die höchst wahrscheinlich keine Auswirkungen auf die Virulenz der Erreger hatte. Dieser Befund legt nahe, dass das Ende der Lepra-Epidemie im Mittelalter durch andere Faktoren wie beispielsweise verbesserte soziale Verhältnisse beeinflusst worden ist.