Antibiotika aus Bakterien

Cyanobakterien produzieren antibiotische Wirkstoffe

Multiresistente Erreger stellen eine wachsende Gefahr dar. Durch den zunehmenden Einsatz von Antibiotika bei Mensch und Tier entstehen Krankheitserreger, die etablierte Antibiotika nicht bekämpfen können. Daher müssen immer wieder neue Arzneimittel zu ihrer Bekämpfung entwickelt werden.

Eine bisher wenig beachtete Quelle für diese Medikamente sind sogenannte Cyanobakterien, die gemeinhin als Blaualgen bezeichnet werden und sowohl im Wasser als auch an Land vorkommen. Sie produzieren antifungale, antivirale und antibakterielle Stoffe, die zur Produktion von Medikamenten genutzt werden können.

Eine besondere Herausforderung besteht bei der Arbeit mit den Bakterien in ihrer Handhabung. Hier kommt das Projekt der Technischen Hochschule (TH) Bingen ins Spiel, in dem eine neue Methode zur schnellen Vitalitätsbestimmung entwickelt wurde. Üblicherweise wird die Vitalität von Zellkulturen anhand ihres Wachstums gemessen. Da Cyanobakterien besonders langsam wachsen, ist diese Methode bei ihnen sehr zeitaufwändig.

Die neue Methode des Teams der TH Bingen unter der Leitung von Prof. Dr. Kai Muffler macht sich die Eigenschaft zunutze, dass Cyanobakterien Photosynthese betreiben. Dabei erzeugen sie mithilfe von Licht unter anderem Sauerstoff. Das Ziel des Projekts ist es, die Produktion antimikrobieller Wirkstoffe durch an Land lebende Cyanobakterien zu optimieren. Mit der neuen Methode verkürzt sich die Vitalitätsbestimmung von mehreren Tagen auf weniger als eine halbe Stunde.

Bild: Cyanobakterien produzieren antibiotische Wirkstoffe. TH Bingen / Christine Böser.