Grübchen in der Zellmembran von Muskelzellen

Calveole

Wissenschaftlern des Uniklinikums Jena um Prof. Dr. Britta Qualmann und PD Dr. Michael Kessels ist es gelungen, die Funktion von Caveolen, kleinen, recht gleichförmigen Einbuchtungen in der Oberfläche der Zellmembran, aufzuklären. Sie identifizierten die für die Bildung dieser Einstülpungen in der Zellhülle entscheidenden Proteine und zeigten, dass beim Fehlen eines Proteins, das für die Krümmung der Membran sorgt, zu wenige Caveolen entstehen. Dadurch werden die Muskelzellen anfällig für mechanische Schäden, wie sie z. B. bei erblichen Muskelschwunderkrankungen beobachtet werden. Lange Zeit wurde angenommen, dass die Calveolen Zwischenstufen von Einschnürungsprozessen an der Plasmamembran sind, bei denen Bläschen zum Stofftransport ins Zellinnere gebildet werden. Neuere Untersuchungen deuteten dann darauf hin, dass sie vielleicht Plattformen für Signalvermittlungsprozesse sind oder eine Form von mechanischen Sensoren darstellen könnten. Denn bestimmte erbliche Erkrankungen, wie spezielle Formen von Muskelschwund, hängen mit einem Mangel an Caveolen zusammen. Unter dem Elektronenmikroskop konnte dann das Protein nachgewiesen werden. Somit ist man in der Aufklärung von Bildung und Funktion der Calveolen einen Schritt weiter gekommen. Bildquelle: Eric Seemann/ UKJ.