Nachgefragt: Prof. Dr. Dirk Holtmann im Interview

Dirk Holtmann ist ein deutscher Biotechnologe und Professor an der Technischen Hochschule Mittelhessen.

Dirk Holtmann ist ein deutscher Biotechnologe und Professor an der Technischen Hochschule Mittelhessen.

 

 

1. Nennen Sie bitte 3-5 Kern-Stichpunkte zu Ihrem Forschungsgebiet.
„Prozessintensivierung, Elektrobiotechnologie, Biokatalyse, CO2-Nutzung“

 

2. Was macht für Sie die Faszination an Ihrem Forschungsbereich aus – weshalb haben Sie sich gerade für diese wissenschaftliche Thematik entschieden?
„Die Forschungsthemen sind gleichermaßen wissenschaftlich, ökonomisch wie gesellschaftlich relevant, daher arbeiten wir an der Lösung von „wirklichen“ Problemen. Die interdisziplinäre Forschung entwickelt sich immer weiter, bleibt daher immer spannend und wir können und müssen immer Neues lernen.“

 

3. Was ist für Sie das Highlight Ihrer Forschungsergebnisse der letzten 5 Jahre?
„Die Highlights sind einerseits Prozesse die effizient CO2 verwerten und die wissensbasierte Entwicklung von neuen Reaktoren sowie andererseits Prozesse in sogenannten Deep-Eutectic Solvents, welche quasi ohne Lösungsmittel auskommen.“   

 

4. Bitte nennen Sie 2-5 Schlüsselpublikationen zu Ihrem Highlight-Thema.

  • Gram‐scale production of the sesquiterpene α‐humulene with Cupriavidus necator, https://doi.org/10.1002/bit.27788
  • From CO2 to Bioplastic – Coupling the Electrochemical CO2 Reduction with a Microbial Product Generation by Drop‐in Electrolysis, 10.1002/cssc.202001235
  • Rational Scale-Up of a methane producing bioelectrochemical reactor to 50 L pilot scale, 10.1016/j.ces.2019.07.051
  • Performance of different methanogenic species for the microbial electrosynthesis of methane from carbon dioxide, 10.1016/j.biortech.2019.121706
  • Synthesis of (-)-menthol fatty acid esters in and from (-)-menthol and fatty acids – novel concept for lipase catalyzed esterification based on eutectic solvents, 10.1016/j.mcat.2018.08.003

 

5. Von welchen Ihrer Interessen außerhalb der Naturwissenschaft hat Ihre wissenschaftliche Arbeit profitiert? Gibt es da etwas?
„Yoga – die Asanas helfen körperlich fit zu bleiben, keine Schmerzen beim langen Sitzen am Computer zu bekommen; Pranayama hilft immer wieder zur Ruhe zu kommen wenn es „zu viel“ wird und Meditation hilft, zu erkennen was wirklich wichtig ist – und dann geht es auch in der Forschung immer weiter.“  

 

6. Wie bekommen Sie den Kopf frei, wenn ein Projekt mal stockt bzw. wann fallen Ihnen die besten Lösungsansätze für eine aktuelle Fragestellung ein?
„Wandern, Radfahren, Yoga … und besonders Gespräche mit Freunden … die besten Lösungsansätze fallen mir ein, wenn ich nicht darüber nachdenke.“

 

7. Welchen Geheimtipp würden Sie gerne angehenden Wissenschaftler/innen mit auf den Weg geben?
„Sprich mit vielen Personen auf deinem Weg UND höre genau zu!“

 

 

Den Artikel von Dirk Holtmann et al. finden Sie in der BIOspektrum-Ausgabe 1/21: „Mehr machen mit weniger – Intensivierung von Ganzzell-Bioprozessen