Nachgefragt: Prof. Dr. Klaus-Peter Stahmann im Interview

Prof. Dr. Klaus-Peter Stahmann ist deutscher Biologe und Professor an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Das Bild zeigt das grün fluoreszierende Riboflavin, das in Teilen der Hyphenzellen von Ashbya gossypii akkumuliert ist (aus Nieland et al., 2013).

Prof. Dr. Klaus-Peter Stahmann ist deutscher Biologe und Professor an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Das Bild zeigt das grün fluoreszierende Riboflavin, das in Teilen der Hyphenzellen von Ashbya gossypii akkumuliert ist (aus Nieland et al., 2013).

 

 

1. Nennen Sie bitte 3-5 Kern-Stichpunkte zu Ihrem Forschungsgebiet.
„Pilze, Stoffwechsel, Schlüsselenzyme, industrielle Produkte“

 

2. Was macht für Sie die Faszination an Ihrem Forschungsbereich aus – weshalb haben Sie sich gerade für diese wissenschaftliche Thematik entschieden?
„Alle technischen Möglichkeiten sind im Labor gegeben; kurze Generationszeiten; brauchbare Reproduzierbarkeit; hohe, aber noch beherrschbare Komplexität“

 

3.Was ist für Sie das Highlight Ihrer Forschungsergebnisse der letzten 5 Jahre?
„Die Entwicklung einer „Produktionsplattform“ auf der Basis von Mineralsalzmedium eröffnet wissenschaftliche (omnipotenter Anabolismus) und anwendungsrelevante (Kostensenkung) Perspektiven  [1]. Dabei konnte Grundsätzliches gezeigt werden: Arrhenius – eine Faustregel der Chemie - gilt für das Wachstum eines Eukaryoten [2].“

 

4. Bitte nennen Sie 2-5 Schlüsselpublikationen zu Ihrem Highlight-Thema.
[1] DOI: 10.1186/s12934-020-01434-w 
[2] DOI: 10.1111/1751-7915.13739 

 

5.Von welchen Ihrer Interessen außerhalb der Naturwissenschaft hat Ihre wissenschaftliche Arbeit profitiert? Gibt es da etwas?
„Ja, Musik; zusammen musizieren hat eine Qualität, die man alleine – und das gilt für Wissenschaftler genauso - nicht erzielen kann“

 

6. Wie bekommen Sie den Kopf frei, wenn ein Projekt mal stockt bzw. wann fallen Ihnen die besten Lösungsansätze für eine aktuelle Fragestellung ein?
„Stocken ist Alltag; Sport, d.h. hohe körperliche Anstrengung, auf hohem technischen Niveau, lässt einen Alles vergessen; 
Ideen kommen bei oder nach der Diskussion; besonders wichtig ist dabei, ein Gesprächspartner, der die richtigen (wesentlichen) Fragen stellt“

 

7. Welchen Geheimtipp würden Sie gerne angehenden Wissenschaftler/innen mit auf den Weg geben?
„Wichtig, aber auf keinen Fall geheim, ist ein(e) Ehepartner(in), d(i)e(r) Verständnis hat“

 

 

Den Artikel von Klaus-Peter Stahmann et al. finden Sie in der BIOspektrum-Ausgabe 3/21: „Pilze: vom „Vitamin"- Überproduzenten zum robusten Alleskönner