Nachgefragt: Prof. Dr. Miriam A. Rosenbaum im Interview

Prof. Dr. Miriam A. Rosenberg ist eine deutsche Biochemikerin und Professorin sowie Leiterin des Biotechnikums am am Leibniz-HKI in Jena.

Prof. Dr. Miriam A. Rosenberg ist eine deutsche Biochemikerin und Professorin sowie Leiterin des Biotechnikums am Leibniz-HKI in Jena.

 

 

1. Nennen Sie bitte 3-5 Kern-Stichpunkte zu Ihrem Forschungsgebiet.

  • Screening von mikrobiellen Aktivitäten
  • Suche nach Antibiotika
  • Hochdurchsatzkultivierung
  • Neue Kultivierungsmethoden für schwerkultivierbare Mikroorganismen

 

2. Was macht für Sie die Faszination an Ihrem Forschungsbereich aus – weshalb haben Sie sich gerade für diese wissenschaftliche Thematik entschieden?
„Das Thema ist sehr interdisziplinär hinsichtlich der Methodik aber auch hinsichtlich der Anwendung. Die Entwicklung der mikrofluidischen Hochdurchsatzkultivierung ist sehr facettenreich und umfasst sehr viele technische Expertisen vom Umgang mit sehr kleinen Flüssigkeitsmengen, über die Bedürfnisse und Ansprüche von schwierigen Mikroorganismen zu gezielten, multiparametrischen Analyseansätze zur Identifikation und Verfolgung von biologischen Prozessen. Wenn die Plattform steht, sind die Anwendungen im Bereich neue Wirkstoffe, biotechnologische Produkte oder Grundlagenforschung zum Verhalten von mikrobiellen Populationen sehr vielfältig und spannend.“

 

3. Was ist für Sie das Highlight Ihrer Forschungsergebnisse der letzten 5 Jahre?
„Ich habe die technischen Grundlagen zu dieser Plattform 2017 mit der Übernahme des HKI Biotechnikums geerbt. Seitdem haben wir vorallem die analytischen Möglichkeiten der Plattform stark erweitert und die Möglichkeiten für eine breite Anwendung im Bereich der Biotechnologie und Naturstoffforschung geschaffen. In diese Anwendungen tauchen wir nun ein und konnten zeigen, dass diese Kultivierungsmethode große Vorteile hat, hinsichtlich Kultivierungserfolg und Durchsatz, gegenüber klassischen Methoden.“

 

4. Bitte nennen Sie 2-5 Schlüsselpublikationen zu Ihrem Highlight-Thema.

  • Mahler L, Niehs SP, Martin K, Weber T, Scherlach K, Hertweck C, Roth M, Rosenbaum MA (2021) Highly parallelized droplet cultivation and prioritization on antibiotic producers from natural microbial communities. Elife 10, e64774.
  • Hengoju S, Wohlfeil S, Munser AS, Shvydkiv O, Boehme S, Beckert E, Tovar M, Roth M, Rosenbaum MA (2020) Optofluidic detection setup for multi-parametric analysis of microbiological samples in droplets. Biomicrofluidics 14(2), 024109.
  • Svensson CM*, Shydkiv O*, Dietrich S, Mahler L, Weber T, Choudhary M, Tovar M, Figge MT**, Roth M**; *authors contributed equally; **authors contributed equally (2019) Coding of experimental conditions in microfluidic droplet assays using colored beads and machine learning supported image analysis. Small 15(4), e1802384.
  • Tovar M, Hengoju S, Weber T, Mahler L, Choudhary M, Becker T, Roth M (2019) One sensor for multiple colors: Fluorescence analysis of microdroplets in microbiological screenings by frequency-division multiplexing. Anal Chem 91(4), 3055-3061.
  • Mahler L, Tovar M, Weber T, Brandes S, Rudolph MM, Ehgartner J, Mayr T, Figge MT, Roth M, Zang E (2015) Enhanced and homogeneous oxygen availability during incubation of microfluidic droplets. RSC Advances 5, 101871-101878.

 

5. Von welchen Ihrer Interessen außerhalb der Naturwissenschaft hat Ihre wissenschaftliche Arbeit profitiert? Gibt es da etwas?
„Grundsätzlich profitiert meine Arbeit von einer breitgefächerten Neugierde auf Unbekanntes und mein Interesse Problem oder Rätsel zu lösen. Meine Themen sind oft sehr langwierig und da hilft sicher auch, dass ich im allgemeinen ein sehr geduldiger Mensch bin.“

 

6. Wie bekommen Sie den Kopf frei, wenn ein Projekt mal stockt bzw. wann fallen Ihnen die besten Lösungsansätze für eine aktuelle Fragestellung ein?
„Wenn mal gar nichts geht, ist es besser erstmal aufzuhören. Neue Ansätze oder Lösungen fallen mir dann oft nachts oder unter der Dusche ein.“ 

 

7. Welchen Geheimtipp würden Sie gerne angehenden Wissenschaftler/innen mit auf den Weg geben?
„Lass dich von äußeren Meinungen und Ratschlägen beraten aber nicht zu sehr beeindrucken. Mach Dein Ding und entscheide selbst was für Dich richtig ist.“

 

 

Den Artikel von Miriam A. Rosenberg et al. finden Sie in der BIOspektrum-Ausgabe 3/21: „Mit Tropfenmikrofluidik zu Hochgeschwindigkeits-Biotechnologie