Nachgefragt: Prof. Dr. Pascal Mäser im Interview

Prof. Dr. Pascal Mäser leitet die Parasite Chemotherapy Unit am Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut in Basel.

Prof. Dr. Pascal Mäser leitet die Parasite Chemotherapy Unit am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut in Basel und ist Professor für Parasitologie und Protozoologie an der Universität Basel.

 

1. Nennen Sie bitte 3-5 Kern-Stichpunkte zu Ihrem Forschungsgebiet.

  • Wie töten Arzneimittel gezielt Krankheitserreger ab, ohne den Wirt (also uns) zu schädigen?
  • Wie können wir neue Medikamente entwickeln für vernachlässigte Tropenkrankheiten?
  • Wie werden Krankheitserreger resistent gegen Wirkstoffe?

 

2. Was macht für Sie die Faszination an Ihrem Forschungsbereich aus – weshalb haben Sie sich gerade für diese wissenschaftliche Thematik entschieden?
„Neue Wirkstoffe zu finden und ihre Wirkmechanismen aufzuklären ist spannend wie ein Krimi. Außerdem ist diese Forschung und ihr möglicher Nutzen leicht zu erklären; das ist mir wichtig für den Dialog mit Nicht-Wissenschaftlern.“

 

3. Was ist für Sie das Highlight Ihrer Forschungsergebnisse der letzten 5 Jahre?
„Wir haben einen überraschenden Zusammenhang entdeckt zwischen der Medikamentenresistenz und Antigenvarianz bei Afrikanischen Trypanosomen.“

 

4. Bitte nennen Sie 2-5 Schlüsselpublikationen zu Ihrem Highlight-Thema.

  • Wiedemar et al. (2018) Beyond immune escape: a variant surface glycoprotein causes suramin resistance in Trypanosoma brucei. Mol Microbiol 107:57
  • Wiedemar et al. (2019) Expression of a specific variant surface glycoprotein has a major impact on suramin sensitivity and endocytosis in Trypanosoma brucei. FASEB Bioadv 1:595
  • Zeelen et al. (2021) Structure of trypanosome coat protein VSGsur and function in suramin resistance. Nat Microbiol 6:392

 

5. Von welchen Ihrer Interessen außerhalb der Naturwissenschaft hat Ihre wissenschaftliche Arbeit profitiert? Gibt es da etwas?
„Es verhält sich da eher umgekehrt: meine Hobbies profitieren von der wissenschaftlichen Arbeit, z.B. beim Kochen.“

 

6. Wie bekommen Sie den Kopf frei, wenn ein Projekt mal stockt bzw. wann fallen Ihnen die besten Lösungsansätze für eine aktuelle Fragestellung ein?
„Die besten Ideen kommen mir beim Diskutieren oder Spazieren/Radfahren. Da Sprache, Motorik und Kognition im Gehirn miteinander verknüpft sind, ist es sinnvoll, diese Aktivitäten zu kombinieren (denke ich).“ 

 

7. Welchen Geheimtipp würden Sie gerne angehenden Wissenschaftler/innen mit auf den Weg geben?
„No risk, no fun (das Risiko aber bitte nur bei der wissenschaftlichen Herausforderung suchen, nicht bei der Biosicherheit).“

 

Den Artikel von Pascal Mäser et al. finden Sie in der BIOspektrum-Ausgabe 2/21: „Neue Parameter für die Wirkstofftestung gegen Trypanosoma cruzi