Reispathogen als Helfer gegen Krebs

Reis

Prof. Dr. Christian Hertweck und seinen Forscherkollegen vom Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut ist es gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Tübingen gelungen, einen wichtigen Schritt in der Herstellung des Wirkstoffes Rhizoxin zu entschlüsseln. Rhizoxin wird von dem Schimmelpilz Rhizopus microsporus gebildet, der die schädliche Reiskeimlingsfäule auslösen kann. Seit Mitte der 1980er ist bekannt, dass Rhizoxin gegen Krebs wirksam ist. Der Wirkstoff scheiterte als Medikament, allerdings sind die krebshindernden Eigenschaften der Substanz weiterhin vielversprechend. Bei der Bildung von Rhizoxin wird eine bestimmte Kettenverzweigung in das Molekül eingeführt, welche die Wirkung gegen Krebszellen initiiert. Ein bisher unbekanntes Enzymmodul ist für diesen Reaktionsschritt verantwortlich. In der Studie wurde die atomare Struktur des betreffenden Enzyms aufgeklärt und experimentell bestätigt. Die Forscher nehmen an, dass das neu entdeckte Prinzip der Kettenverzweigung in der Natur häufiger vorkommt – eine Chance für die Entdeckung unbekannter Naturstoffe. Außerdem haben sie damit ein völlig neues Werkzeug in der Hand: Neue, medizinisch interessante Wirkstoffe könnten erzeugt und bereits vorhandene gezielt verändert werden.

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