Special: Stammzellforschung

Humane embryonale Stammzellen (hES-Zellen) sind für die biowissenschaftliche Forschung und Medizin sehr interessant, da sie sich in spezialisierte Zellen weiterentwickeln und in einer Zellersatztherapie z. B. bei Krebspatienten eingesetzt werden können. hES-Zellen müssen jedoch aus Embryonen, die durch in vitro-Fertilisation entstanden sind, gewonnen werden. Deshalb ist die Herstellung von hES ethisch fragwürdig und in Europa unterliegt die wissenschaftliche Verwendung von hES strengen Kriterien. In der Forschung werden hauptsächlich adulte Stammzellen und induzierte pluripotente Stammzellen (iPSC), die aus Somazellen gewonnen wurden, verwendet. Die vielfältigen neuen Entwicklungen in der Stammzellforschung beinhalten z. B. die Erstellung von Organoiden oder Mini-Organe zur Einsatz in der medizinischen Forschung oder für Arzneimitteltests.

Isabel Dorn und Claudia Bernecker zeigen in ihrem Artikel, wie man aus iPCS-Zellen rote Blutzellen generieren kann. Diesen können u. a. als Blutkonserven oder als drug carrier eingesetzt werden. Ricarda Stock und Hansjürgen Volkmer erstellen mit iPCS-Zellen Zellkulturmodelle und Organoide, um krankheitsspezifische Veränderungen bei Psychiatrischen Erkrankungen zu erfassen und besser charakterisieren zu können. Madlen Merten und ihre Kollegen gehen Hinweisen auf geschlechtsspezifische Unterschiede bei Neurodegenerativen Erkrankungen nach und zeigen, dass Neurone, die aus adulten humanen Stammzellen differenziert wurden, bei Männern und Frauen unterschiedliche morphologische Strukturen zeigen. Dies kann ein entscheidender Faktor bei neuen Therapien darstellen.

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